Transsibirische Eisenbahn und weitere Kuriositäten

14.03.2015 – Tobias Bregulla

Nachdem wir unsere Sachen aus dem Studentenhaus geholt haben, ging es zum Bahnhof. Dort kam um 21 Uhr der Zug. Es war die Transsibirische Eisenbahn – und für uns alle die erste Fahrt in einem Nachtzug auf dieser Reise. Als wir unser Abteil gefunden hatten, zogen wir es vor, zuerst etwas zu plaudern, anstatt die Betten gleich zu Beziehen. Ein Fehler: Denn im Zug wurde um kurz nach 22 Uhr pauschal das Licht auf ein Minimum gedimmt was das Beziehen der Betten äußerst schwierig gestaltete. Auch auf dem WC offenbarte sich eine weitere Eigenheit der berühmten Transsib, die nicht ganz so schnell zu verstehen ist. Doch diese verraten wir an dieser Stelle nicht, versprechen aber, dass jeder Reisende es bei einer Fahrt mit diesem Zug herausfindet. Leider hatten wir auch nicht die verständnisvollsten Nachbarn erwischt. Diese beschwerten sich ständig über das, in diesem Zug dringend nötige, Lüften. Daher wurden wir am nächsten Morgen durch das sanfte Abperlen des Kondenswassers vom Fenster aus dem Schlaf geholt. Da wir erst gegen 14 Uhr in Chita ankamen, hatten wir die Gelegenheit die Landschaft (überwiegend trocken und dünn besiedelt) zu betrachten. In Chita hatten wir ca. 5,5 h Zeit. Diese nutzen wir zum landestypischen Essen: Pizza und Pasta. Es sollte das letzte mal gewesen sein, an dem wir Messer und Gabel sehen würden. Ein kurzer Einkauf und ein Umweg zum Bahnhof genügten uns, einen Eindruck vom schönen Chita zu erhalten. Genosse Lenin erhielt selbstverständlich auch einen Gruß. Der nächste Zug ging um 19:20 in Richtung Zabaikalsk. Dieser Zug war glücklicherweise moderner ausgestattet und auch mit weniger Reisenden besetzt. Der Schlaf war daher angenehmer, jedoch auch kürzer, da wir bereits um 8 Uhr in Zabaikalsk, der russischen Grenzstadt, ankamen. Gleich am Bahnhof begrüßte uns eine Horde sympatischer Taxifahrer, die Versprachen uns für wenig Geld über die Grenze zu bringen. Wir entschieden uns dennoch für dem Bus. Die Finanzierung dieser Busfahrt war dabei äußerst kniffelig. Reisebank Oling gewährte glücklicherweise schnell und diskret passende Kredite, sodass alle mitfahren konnten. Die Tilgung wird in Devisen jeglicher Währung angenommen. Der Bus fuhr noch etwas durch die „Stadt“ und zeigte uns, dass Zabaikalst kein wirklich schöner Ort ist. Von weitem lockte dafür aber die Skyline von Manzhouli und natürlich die imposante Chinesische Grenze. Die russische wirkte dagegen wie eine Wellblechhütte, doch dazu mehr im nächsten Post.

Tobias Bregulla

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