Apartment 101 goes to Canada

Freitagabend haben wir direkt nach der Arbeit den Mietwagen für unseren Kanadatrip abgeholt. Bei dem Autovermieter geht man nach dem vorzeigen des Führerscheines einfach auf den Parkplatz, sucht sich ein Auto aus, steigt ein und fährt los. Wir konnten uns zunächst nicht zwischen einem Ford Fusion oder einem Hyundai Sonata entscheiden. Durch Zufall sind wir dann auf einen Nissan Altima aufmerksam geworden. Navi, Ledersitze, Bose Soundsystem, Sitzheizung und 3.5L V6 Motor haben uns dann überzeugt. Um Mitternacht begann der Trip auf der Interstate mitten durch Chicago Downtown. Kurz vor Kanada entschieden wir uns noch eine kleine Runde durch Detroit zu fahren. Wir verstauten also unsere Wertsachen, fuhren die Fenster hoch und schlossen die Türen zu. Die Innenstadt sah nachts nicht schlecht aus, sobald man aber die Hauptstraßen auch nur etwas verlassen hatte, merkte man, dass der Stadt der eine oder andere Dollar fehlt. Filmreif waren die qualmenden Gullideckel in den verlassenen Straßen Downtowns. Wir wollten unbedingt noch in den USA tanken, da ich gehört hatte, dass es in Kanada teurer sein soll. Die Suche nach einer Tankstelle in Detroit gestaltete sich jedoch schwieriger als gedacht. Jede von unserem Navi vorgeschlagene Tankstelle war entweder geschlossen oder bereits vor Jahren Pleite gegangen (und dementsprechend runtergekommen). Letzten Endes fanden wir noch eine Tankstelle und begaben uns anschließend auf den Weg nach Kanada. Der Grenzübergang gestaltete sich einfach und ein herrlicher Sonnenaufgang ließ die großartige Natur Kanadas erst richtig zum Vorschein bringen. Die Highways in Ontario gehen leider recht monoton geradeaus und die zwei Staus die wir hatten trugen nicht gerade zum Fahrvergnügen bei. Ganz anders hingegen die Interstates im Bundesstaat New York, aber dazu später mehr. Drei Stunden später als geplant sind wir dann im Niagara College angekommen (nach 11h Fahrtzeit). Dort erwartete uns bereits ein Bekannter von Timo. Dieser zeigte uns seinen Arbeitsplatz am Weinanbaugebiet. Wir probierten, genauso wie Prinz Charles ein paar Jahre zuvor an diesem Ort, ein paar Weinsorten aus. Anschließend fuhr uns Timos Bekannter zu den schönsten Orten der Region. Nachmittags sind wir dann an den Niagarafällen angekommen. Diese waren einfach nur beeindruckend und glücklicherweise auch nicht so überlaufen mit Touristen. Nachdem wir noch mehr Sehenswürdigkeiten z.B. in der Stadt Niagara on the Lake gesehen hatten, checkten wir in unserem „Bed and Breakfast“ ein. Dieses war ein privates Haus von einem netten älteren Ehepaar mitten im Wald und wir waren die einzigen Gäste. Als wir nach dem einchecken nach einem Schlüssel fragten, wurden wir nur komisch angeschaut und darauf hingewiesen, dass wir in Kanada sind und hier alle Türen 24h am Tag offen stehen. Das gleiche gilt übrigens auch für die Autos welche überall einfach unabgeschlossen abgestellt werden. Uns wurde erzählt, dass erfahrungsgemäß niemand einbricht oder etwas klaut.

Den Abend verbrachten wir dann bei dem Bekannten und seiner Lebensgefährtin in einem wunderschönen Haus direkt an einem See. Nach einem leckeren BBQ verbrachten wir noch ein paar Stunden in dem gemütlichen Wintergarten inklusive Bar, 300 Watt Soundanlage und atemberaubenden Blick auf dem See.
Nach der Nacht im Bed and Breakfast bereiteten Pat & Pat (die Hausbesitzer) ein großartiges und üppiges Frühstück für uns vor. Danach machten wir uns mit unserem Mietwagen auf den Weg nach Toronto. Dort standen wir jedoch aufgrund eines City Marathons wieder im Stau und verloren eine wertvolle Stunde. Auf dem Tagesplan stand der Besuch des Wahrzeichens Torontos, der CN Tower. Die Tickets haben wir bereits letzte Woche schon dafür gebucht. Auf 447m hatten wir einen überragenden Ausblick über die größte Stadt Kanadas. Da es dann schon 15 Uhr war, entschieden wir noch kurz zu Tim Hortons zu gehen und anschließend wieder Richtung USA zu fahren. Um eine etwas andere Strecke zu sehen sind wir diesmal über Buffalo durch die Bundesstaaten New York, Pennsylvania, Ohio, Indiana und Illinois gefahren. Diese Strecke dauert zwar 2h länger, ist jedoch mal etwas anderes. Besonders Marcel freute sich schon auf den Bundesstaat New York. Die Highways dort sehen zwar aus wie überall in den USA, dafür gab es aber die ein oder andere Besonderheit (wie z.B. Hinweisschilder, dass die SMS noch 5 Minuten warten muss. 5 Minuten Später kam dann ein SMS Parkplatz inklusive WLAN). Auf die Minute pünktlich kamen wir um 1 Uhr nachts nach 10,5h Fahrtzeit wieder in Chicago an. Die Einreise in die USA klappte auch ohne Probleme (auch wenn uns natürlich einige Fragen gestellt wurden).
Der gesamte Ausflug war einfach spitze. Die Landschaften waren großartig und vor allem durch Timos Bekannten haben wir auch viel vom Leben in Kanada erzählt bekommen. Die Autofahrten waren nicht zu lang und eigentlich zu keiner Zeit langweilig. Zum Teil haben wir für 0,50€/Liter getankt (2,19$/Gallone) weshalb sich die Kosten auch in Grenzen hielten. Für die Statistik: 1989km Fahrtstrecke, 21,5h Fahrtzeit, 5 Bundesstaaten und 2 Länder. Ich kann jedem einen Ausflug wie diesen empfehlen!
Zum vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

 

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu „Apartment 101 goes to Canada

  1. Oh ja die offenen Türen in Kanada, die hatte ich glatt schon wieder vergessen, aber es ist wirklich dort überall so…toll wenn dann Freunde ohne zu klingeln einfach mal in deinem Wohnzimmer stehen 😉 Ich hoffe auch ihr habt den Besuch bei Tim Hortons genossen und einen leckeren Donut gegessen 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben