105,5 Meter unter Kiew

Kiew ist mit knapp 3 Millionen Einwohnern nicht nur die Hauptstadt, sondern auch die größte Stadt in der Ukraine. Als Florian im Sommer von der neuen und sehr günstigen Flugverbindung von Leipzig-Halle nach Kiew mit Wizz Airlines erzählte, warteten wir nicht lange und buchten uns die Direktverbindung vom 6.09 bis zum 09.09.2019. An welcher Stelle wir 105,5 Meter unter der Erde waren erfahrt ihr später im Text.

Am Freitagmorgen ging es für uns in der Regionalbahn los in Richtung Leipzig. Dort angekommen hatten wir noch reichlich Zeit bis zum Abflug weshalb wir uns im Aldi noch mit Proviant versorgten. Pünktlich hoben wir im Airbus A320 der ungarischen Billigfluggesellschaft ab und setzten ebenso pünktlich ca. 2,5 Stunden später in Kiew-Boryspil auf. Der größere der beiden internationalen Flughäfen liegt etwas außerhalb – ist allerding seit neustem mit einer direkten Zugverbindung mit dem Hauptbahnhof verbunden. Nach 45 Minuten Fahrt in die Innenstadt kamen wir leider schon im dunklen an und checkten zunächst in unser sehr zentral gelegenes Hostel ein. Das Zimmer teilten wir uns mit 4 anderen Gästen, die wir aber kaum zu Gesicht bekamen. Am Abend liefen wir dann noch ein wenig durch die Stadt.

Samstag auf den Inseln

Der nächste Tag war sehr sonnig und angenehm warm weshalb wir zunächst auf eine Insel des Flusses Dnepr fuhren. Es gibt mehrere Inseln mit vielen Badestränden sowie Freizeitparks, Bars und Restaurants. Einige Ukrainer verschlug es auch ins Wasser, welches aber sehr trüb aussah und wahrscheinlich auch ordentlich kalt war. Zurück auf das Festland ging es wieder mit der U-Bahn. Diese ist sehr günstig (unter 1€) und kann kontaktlos mit Kreditkarte (und damit auch Apple Pay) bezahlt werden. Eine der Stationen, die wir nutzten (Arsenalna), ist mit 105,5 Metern übrigens die tiefste U-Bahnstation der Welt. Zu Fuß gingen wir über eine riesige Fußgängerbrücke noch auf eine andere Insel und beobachteten im Anschluss eine Polizeiübung direkt am Denkmal der Völkerfreundschaft.

Über den Maidan liefen wir kurz zum Hostel um dann zum Andreassteig zu laufen. Abendgegessen haben wir wieder bei „Pusata Khata“ – ein Buffetrestaurant mit günstigen und typisch ukrainischen Gerichten. Ich aß immer Hänchen und Pelmeni. Später enteckten wir, dass die Hauptstraße (Khreschatyk street) abends kurzerhand zur Fußgängergasse umgewandelt wird. Bei der Menge an Menschen ist dies eine clevere Sache. Übrigens ist diese Straße mit nur 1225 Metern Länge die kürzeste Hauptstraße in einer Hauptstadt – und trotzdem gleichzeitig eine der breitesten. Am Ende des Tages hatten wir 36.000 Schritte verzeichnen können.

Heiße Schokolade am Sonntag

Der Sonntag war ebenso sonnig wie auch schon der Samstag. Per U-Bahn ging es zum Park of Eternal Glory und im Anschluss in das 2. Weltkriegsmuseum direkt an der Mutter-Heimat-Statue. Im Anschluss liefen wir zu einer Lviv Handmade Choclate Filiale. Wie bereits in meinen Blogbeiträgen „Von Dresden nach Baku“ und „Von Tschernobyl über Istanbul nach Griechenland“ bekannt bin ich ein großer Fan von der sehr dickflüssigen heißen Schokolade dort. Abends genossen wir wieder den herrlichen Ausblick auf dem Andreassteig und wir bemerkten wieder die Vollsperrung der Hauptstraße am Maidan.

Nach einem leckeren herzhaften Frühstück fuhren wir am Montagmorgen wieder mit dem Zug zum Flughafen Kiew-Boryspil. Der Rückflug nach Leipzig verlief ebenfalls problemlos und nach einem kurzen Mittagessen am Leipziger Hauptbahnhof ging es wieder mit der Regionalbahn nach Dresden.

Sowohl Florian als auch ich waren schonmal in Kiew, trotzdem war es ein sehr gelungener Kurzausflug dorthin – möglichgemacht durch die neue und günstige Direktverbindung. Kiew ist unglaublich groß und recht zerstreut, es gibt also keinen direkten Stadtkern wie in Breslau (siehe Blogbeitrag „Eine Nacht in Wroclaw“). Man sollte sich also definitiv ein paar Tage zeit nehmen (oder mehrfach kommen) sowie bereit sein viele Kilometer zu laufen.

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