…währenddessen an der KazATC

31.03.2015 – 02.04.2015 – Tobias Bregulla

Während Richard und Christian ihren Tag an der DKU verbrachten (ihre Erlebnisse beschreiben sie in einem eigenen Beitrag) wurden Vivian, Yannic und ich um ca. 9:30 von einem Minibus der KazATK (Kasachischen Transportuniversität) beim Hostel abgeholt. Dieser fuhr uns zu einem Studentenwohnheim, das für die folgenden zwei Nächte unser Heim werden sollte. Wir bekamen ein kleines Mittagessen, welches leider nicht vegetarisch war. In Kasachstan wird man genauso wie in Russland höchst ungläubig angesehen, wenn man nach “ohne Fleisch” fragt. Dannach führte man uns durch die Laboratorien der Funk- und Energietechnik. Besonders eindrucksvoll war eine Landkarte auf der mit LED  Lichtern die Position von Wind- und Solarparks gezeigt wurde. Außerdem wurde uns die Funktionsweise eines Achszählers mit dazugehöriger Zählanlage in einem weiteren Labor demonstriert. Auch in Sachen Simulationstechnik ist die KazATK sehr gut aufgestellt: Ein vollständiger (digitaler) Rangierbahnhof mit allem was dazu gehört, sowie ein Führerstand der WL80 Elektolok gehören zum Portfolio der Uni. Die WL80 Lok ist eine der großen Ingenieursleistungen der ehem. Sowjetunion und wird immer noch mit Stolz präsentiert. Was wir dannach besichtigten wurde allerdings nicht mehr mit derartigem Stolz präsentiert: Es ging ins Studentenwohnheim, in dem uns unsere kasachische Wohnheim-Mutti herzlich begrüßte. Wir bekamen ein Apartment mit zwei Zimmern, um uns den Geschlechtern nach zu trennen. In einem Zimmer befanden sich ein Hochbett und zwei Einzelbetten und im anderen Raum stand lediglich ein Bett. Eine kurze Matrazenalanyse zeigte: Die Matrazen dienten lediglich zur Abdeckung des darunter liegenden Holzbretts, denn weich waren diese nicht. Christian entschied sich aufgrund der fehlenden Halterung die ihn vor dem Herunterfallen aus dem Hochbett bewahrte, gleich auf dem Boden zu schlafen. Er genoss im Gegensatz zu uns daher unbeschränkte Beinfreiheit.
Am nächsten Tag offenbarte uns eine weitere Kuriosität. Der Duschkopf. Denn dieser war nicht da. Wir gingen also “schlauchen” und bereiteten uns auf unsere Abholung durch den Kleinbus vor. Dieser brachte uns zum Medeo Eisstadion, welches wir nach unzähligen Treppen von oben besichtigten. Wir genossen die schöne Aussicht, die Sonne und vor allem die frische Luft. Nach diesem Trip zeige man uns noch ein Wahrzeichen der Stadt, das Monument der Unabhängigkeit, welches zur Staatsgründung Kasachstans errichtet wurde. Aufgrund der außerordentlichen Freundlichkeit unserer Führer, genehmigten sie uns einen Einkauf im Supermarkt und zeigten größte Geduld (denn das dauert bei uns wirklich etwas länger). Für das Mittagessen spaltete sich die Gruppe wieder. Während die einen ihre altbewährte Kantine besuchten, probierten Vivian und ich einmal kasachischen Döner (ohne Fleisch). Dieser unterscheidet sich signifikant: Salzgurken und Pommes statt Pakrika und Zwiebel – Ein gewöhnungsbedürftiger, aber dennoch leckerer Kompromiss. Nach unserem Mahl suchten wir eine Polizeistation auf, um die Unklarheiten über unsere lokale Registierungspflicht zu klären. Längeres hin und her mit Beamten und einem Englischsprachigen brachte leider kein Licht ins Dunkle. Schließlich löste das WLAN eines netten Cafes (wie sollte es auch anders sein) unser Problem: wir hatten den Registrierungsstempel schon direkt bei der Einreise erhalten (zweiter Stempel auf der Migrationskarte) und mussten deshalb in Almaty überhaupt keine weitere Registrierung vornehmen. Gegen Abend betätigten sich noch Vivian und ich etwas sportlich, denn im Studentenhaus stand allen ein Fitnessraum zur freien Verfügung. Dort lernten wir einen Kasachen kennen, der (wie viele andere auch) sehr interessiert an uns war. Wir sprachen über Sichtweisen der Kasachen auf Deutsche und andersherum, über die Regierung, den Nahverkehr und viele weitere kurzweilige Themen. Alle Kasachen zeigten sich uns bisher überaus freundlich und hilfsbereit. Während wir beim Sport waren, besuchten die Anderen das Weltkriegsdenkmal und das Volksinstrumente Museum. Anschließend trafen wir uns alle mit den Studenten der DKU in einem Pizzarestaurant und ließen den Abend gemütlich ausklingen. Für den Rückweg benutzen wir die einzige U-Bahn Kasachstans. Die 2011 eröffnete Linie mit sieben Stationen beeindruckte uns durch moderne Fahrzeuge und Haltestellen, die unsere Herzen höher schlagen ließen. Schließlich erreichten wir das Wohnheim um fünf nach elf, wurden aber dennoch herzlich begrüßt und herreingelassen.
Am nächsten Morgen präsentierten wir an der KazATK vor einer Gruppe Studenten einige Bilder unserer Reise und erzählten von unseren Erlebnissen. Anschließend packten wir unsere Sachen und machten uns bereit für die Weiterfahrt nach Astana.

Tobias Bregulla

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